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Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am Do 11 Dez 2014 - 19:03

Er hängte sich seine Tasche über die Schulter und schloss das Auto. Gedanklich war er immer noch in den Sommerferien. Diese Auszeit nahm er sich jedes Jahr wieder. Zwar konnte er nicht die ganze Zeit auf der faulen Haut liegen, aber zumindest zwei Wochen nahm er sich. Die hatte er dieses Jahr auch gleich mit Freunden in Brasilien verbracht. Es war herrlich gewesen und er war auch noch ziemlich braun. Die Hitze hier in Deutschland hielt sich allerdings in Grenzen. Mit einem leisen Seufzen ging er in Richtung des Lehrerzimmers und wurde beinahe von zwei Fünftklässlern umgerannt. Die Kleinen würden hoffentlich bald nicht mehr so aktiv sein. Meistens hatte er mit ihnen auch nicht viel zu tun. Das ließ sich durch seinen Job als Oberstufenkoordinator erklären. Er liebte es, viele Dinge gleichzeitig zu organisieren. Damit hatte er kein Problem. Vermutlich weil er selbst keine Kinder hatte. „Guten Morgen, Hansi“, begrüßte ihn sein Kollege. „Wie war der Urlaub?“ Er lachte bloß. „Sieht man doch, oder?“ Sein Kollege nickte. „Ich muss jetzt allerdings schon wieder los“, entschuldigte er sich. „Ich hab Mathe bei den Oberstufeneinsteigern und danach direkt die Jahrgangsversammlung.“ Er lächelte bloß. „Hansi, du hast es auch immer eilig.“ Da hatte er wohl Recht. Heute tat er eigentlich alles, was er gerne machte. Unterrichten gefiel ihm nämlich genauso gut wie die Organisation der Oberstufe. „Wir sehen uns später“, verabschiedete er sich und ging dann zum Raum. „Lasst ihr mich durch?“, bat er die Klasse, die klugerweise die Tür versperrte. Schnell hatte er die Schüler reingelassen und betrat dann als letzter den Raum. Unruhe entstand, weil die Sitzordnung wohl unklar. „Hinsetzen. Den Rest klären wir gleich.“ Er nahm sich einen Zettel und seinen Kugelschreiber aus seiner Tasche. Ein Sitzplan würde ihm jetzt helfen. „Für die, die ich aus der Mittelstufe nicht kenne, ich bin Herr Flick. Ich unterrichte Mathe und Sport und wer mehr oder weniger freiwillig Volleyball gewählt hat, sieht mich donnerstags in der ersten und zweiten Stunde. Außerdem bin ich der Oberstufenkoordinator und somit auch Ansprechpartner für alles, was die einzelnen Kurse und den kompletten Jahrgang betrifft.“ Er sah in die Runde. Max und Timo kannte er noch ziemlich gut aus der neunten Klasse. Die zwei Rebellen hatten ihm schon oft Kopfschmerzen bereitet. Auch jetzt grinsten sie ihn bloß an. „Ja, euch beide kenne ich noch ziemlich gut.“ Sie lachten nur. Ab jetzt müssten sie sich allerdings anders benehmen. Er wandte den Blick ab. „Ich würde gerne, dass ihr euch vorstellt und mir sagt, was ihr vom Matheunterricht erwartet. Fangen wir doch hier rechts an. Wie heißt du?“

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Re: Teach Me

Beitrag von Caroline Kramer am Do 11 Dez 2014 - 21:44

Lachend fiel sie ihrer besten Freundin um den Hals. „Julia, wo sind deine Haare hin?“, fragte sie ungläubig und sah sie schockiert an. „Ich hatte Lust auf etwas Neues.“ Sie schüttelte nur den Kopf. Julia war immer noch das verrückte Mädchen, das sie seit der fünften Klasse kannte. Doch Julia lenkte ihre Aufmerksamkeit schnell auf andere Dinge. „Unser Traumpaar scheint die Ferien nicht überlebt zu haben“, murmelte sie und deutete auf Eva und Fabian. „Wie schade“, gab sie leise zurück und hielt ihre Ironie nicht zurück. Die selbsternannte Klassenchefin hatte immer mit ihrer Beziehung geprahlt und jetzt würdigte Fabian sie keines Blickes. Dass es im nächsten Moment bereits klingelte, ließ sie im Schulalltag ankommen. „Ich zähle die Tage bis zu den Herbstferien“, murmelte sie und eilte dann mit Julia in ihre Klasse. „Lasst ihr mich durch?“ Julia und sie warfen sich nur einen kurzen Blick zu. „Alle Jahre wieder“, flüsterte sie und eilte dann in die Klasse. Mittlerweile hatten sie es perfektioniert, den Raum zu sondieren und gleichzeitig zu den besten Plätzen zu sprinten. „Verzieh dich, Eva.“ Julia hatte völlig Recht. Sie saßen immer hier am Fenster und das würden sie auch dieses Jahr. „Hinsetzen. Den Rest klären wir gleich.“ Triumphierend ließ sie sich auf einen Stuhl fallen und wandte ihre Aufmerksamkeit dem Lehrer zu. „Für die, die ich aus der Mittelstufe nicht kenne, ich bin Herr Flick. Ich unterrichte Mathe und Sport und wer mehr oder weniger freiwillig Volleyball gewählt hat, sieht mich donnerstags in der ersten und zweiten Stunde. Außerdem bin ich der Oberstufenkoordinator und somit auch Ansprechpartner für alles, was die einzelnen Kurze und den kompletten Jahrgang betrifft.“ Sie atmete tief durch. „Ist der wirklich so ein Ordnungsfanatiker?“, fragte sie leise und warf einen Blick auf ihren Stundenplan. ‚Fl‘ stand dort hinter ihrem Mathe- und Sportkurs. Also hätte sie wohl gleich die doppelte Freude mit ihm. Julia nickte. „Keine losen Zettel und immer schön alles strukturiert aufschreiben.“ Julia hatte bereits im letzten Jahr bei ihm Unterricht gehabt und doch wollte sie das nicht hören. Zwar war sie ordentlich, aber für seine Ansprüche sicher nicht genug. „Ja, euch beide kenne ich noch ziemlich gut.“ Sie sah nach hinten. Max und Timo. Sofort musste sie grinsen. Die beiden Klassenclowns waren also auch in ihrem Kurs. Das würde wenigstens amüsant werden. „Ich würde gerne, dass ihr euch vorstellt und mir sagt, was ihr vom Matheunterricht erwartet. Fangen wir doch hier rechts an. Wie heißt du?“ Das war doch jetzt nicht sein Ernst. Vermutlich mussten sie jetzt alle sagen, dass sie ja so viel lernen wollten. Dass Eva die erste war, ließ sie sich jedoch neugierig aufrichten. „Ich bin Eva und erwarte mir dieselben 13 Punkte, wie ich sie in allen anderen Fächern auch habe.“ Sie schüttelte bloß den Kopf. „Die bleibt auch auf ewig blond.“ Auch Herr Flick schien etwas irritiert durch diese Aussage, wie sie schmunzelnd feststellte. Dann hatte er wohl doch nicht alles so akribisch vorbereitet, wie es seine Rede eben hatte vermuten lassen. Allerdings machte es ihr Sorgen, dass der Moment, in dem sie sich vorstellen musste, immer näher kam. „Was soll ich denn sagen?“, wandte sie sich hilfesuchend an Julia, doch die schien genauso ratlos. „Ähm ja“, begann sie schließlich und fuhr sich durch die Haare. „Mein Name ist Caroline und ich erwarte, dass…das, was wir machen, einen nachvollziehbaren Sinn hat, damit wir gut auf das Abi vorbereitet sind“, erklärte sie und war selbst überrascht über ihre Aussage. Doch es war wirklich so. Sie hatten bisher ständig gerechnet und das am Ende sogar nur noch mit Variablen, ohne dass sie den Hauch einer Ahnung hatte, wofür sie das überhaupt brauchte. Fragend sah sie zu Herrn Flick und war froh, als er nickte. Das war zumindest eine Reaktion. Bei den anderen hatte er meist nur zugehört und sich Notizen gemacht. „Ich bin Julia und möchte am Ende keinen Fehlkurs haben.“ Kopfschüttelnd sah sie zu ihrer Freundin und musste grinsen. „Du bist…ne…“ Auch Herr Flick lächelte, wenn sie das richtig erkannte. Wenigstens hieß das, dass er nicht böse über solche Aussagen war. „Mit dem kann man wohl wirklich auskommen“, murmelte sie vielleicht etwas zu laut.

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Re: Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am Do 11 Dez 2014 - 22:13

„Ich bin Eva und erwarte mir dieselben 13 Punkte, wie ich sie in allen anderen Fächern auch habe.“ Er runzelte die Stirn. Da war aber jemand sehr von sich selbst überzeugt. Aber gut, wenn sie diese Punkte haben wollte... „Wenn du dich ordentlich reinhängst, wirst du das auch erreichen. Aber wie heißt es so schön? Von nichts kommt nichts.“ Er notierte ihren Namen und daneben noch die 13 Punkte. Jetzt hatte er zumindest schon mal einen ersten Eindruck von ihr. Die nachfolgenden Schüler antworteten beinahe alle das Gleiche. Sie wollten gute Noten, mehr Gruppenarbeit und mehr Spaß. Obwohl er sich fragte, was sie als Spaß definierten. Da hatte er eine ganz andere Vorstellung. „Ähm ja.“ Er lächelte knapp und sah sie dann aufmerksam an. „Mein Name ist Caroline und ich erwarte, dass…das, was wir machen, einen nachvollziehbaren Sinn hat, damit wir gut auf das Abi vorbereitet sind.“ Er nickte. „Da wir ein Grundkurs sind, haben wir mehr Zeit, um den Stoff ein wenig aufzuhübschen.“ Dann wandte er sich ihrer Nachbarin zu. „Ich bin Julia und möchte am Ende keinen Fehlkurs haben.“ Er schmunzelte. Auf die Antwort hatte er gewartet. Irgendwann nannte die immer jemand. „Unter Umständen lässt sich das einrichten. Orientier dich da mal ein bisschen an deiner Nachbarin.“ Carolines Antwort hatte ihm da besser gefallen. Nun stellten sich die beiden Jungs hinter Caroline und Julia vor. „Mit dem kann man wohl wirklich auskommen.“ Das hatte er gehört und lächelte Caroline kurz zu. Sie schien wirklich nett zu sein und war hoffentlich nicht so aufgedreht wie Julia. Sie brauchten weitere zwanzig Minuten, ehe sie mit dem Vorstellen fertig waren. „Gut“, murmelte er und legte den Sitzplan neben sich. Mittlerweile lehnte er locker gegen das Pult und sah noch einmal in die Runde. „Womit habt ihr denn im letzten Schuljahr aufgehört?“ Max und Timo wollten ihm sofort davon berichten, aber er lehnte ab. „Ihr ward bei mir im Unterricht. Ich weiß, was ich gemacht habe.“ Er fragte noch ein paar anderen Schüler und nickte dann. „Damit wir alle wieder auf denselben Stand kommen, machen wir heute und in der nächsten Stunde Wiederholungsaufgaben. Ich werde die nicht kontrollieren. Die sind für euch, damit ihr wisst, wo noch Nachholbedarf ist. Wer das hier nicht beherrscht“, er hob die Zettel in seiner Hand hoch, „muss das nacharbeiten.“ Er wollte seinen Schülern keine Angst haben, aber er musste sie alle auf ein sehr hohes Niveau bringen und das ging nicht einfach durch ein Fingerschnippen. „Eva“, er legte ihr die Blätter auf den Tisch. „Tu doch gleich was für deine 13 Punkte und verteil die Zettel.“ Währenddessen setzte er sich an das Pult und ging noch einmal seine Punkte für die Versammlung durch. Immer wieder sah er auf, aber die Schüler hatten ihn verstanden und arbeiteten zumindest halbwegs ruhig.

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Re: Teach Me

Beitrag von Caroline Kramer am Do 11 Dez 2014 - 22:25

„Da wir ein Grundkurs sind, haben wir mehr Zeit, um den Stoff ein bisschen aufzuhübschen.“ Sie lächelte gequält. Mit dieser Formulierung wurde das alles auch nicht besser. „Unter Umständen lässt sich das einrichten. Orientier dich da ein bisschen an deiner Nachbarin.“ Grinsend drehte sie sich zu Julia. „Eben. Nimm dir mal ein Beispiel an mir“, flüsterte sie und wich ihrer Hand aus. „Womit habt ihr im letzten Schuljahr aufgehört? Ihr ward bei mir im Unterricht. Ich weiß, was ich gemacht habe.“ Dieser Satz ließ sie verstohlen grinsen. Da war er aber einer von wenigen. Als er schließlich einen Überblick hatte, nickte er. „Damit wir alle wieder auf denselben Stand kommen, machen wir heute und in der nächsten Stunde Wiederholungsaufgaben. Ich werde die nicht kontrollieren. Die sind für euch, damit ihr wisst, wo noch Nachholbedarf ist. Wer das hier nicht beherrscht, muss das nacharbeiten.“ Sofort war ihre Laune im Keller. Sie hatten doch gerade die erste Stunde und er wollte ihnen schon Aufgaben reindrücken? „Och nein“, seufzte sie. Auch Julia schien alles andere als begeistert. Zumindest sie wusste, dass sie die Aufgaben nicht ohne Hilfe hinbekam, weil sie das schon im letzten Halbjahr nicht gekonnt hatte. „Eva. Tu doch gleich was für deine 13 Punkte und verteil die Zettel.“ Sie lachte auf und hustete dann übertrieben. „Erkältet“, versuchte sie Herrn Flick zu überzeugen, als der zu ihr sah. Sie konnte ihn nicht einschätzen und deshalb sollte sie vielleicht nicht sofort negativ auffallen. Doch er setzte sich nur an das Pult und schien irgendetwas zu lesen. Konzentriert wandte sie sich ihrem Zettel zu und war überrascht, dass sie die ersten Teile ziemlich gut hinbekam. Doch irgendwann kam sie nicht weiter und auch Julia konnte ihr nicht helfen. Deshalb hob sie die Hand und bekam doch keine Aufmerksamkeit. Also schnipste sie leise, auch wenn die anderen Lehrer das nie leiden konnte.

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Re: Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am Do 11 Dez 2014 - 22:41

Caroline lachte und auch der Rest des Kurses musste sich ein Lächeln verkneifen. „Erkältet.“ Er nickte übertrieben. Natürlich war sie das. Da sich auch in den nächsten zehn Minuten niemand meldete und es ruhig blieb, sah er auch nicht mehr auf. Die Unterlagen waren genauso wichtig bzw. kosteten ihn gerade seine Aufmerksamkeit. Doch dann hörte er ein Geräusch und sah auf. Caroline. Den Namen konnte er sich gut merken. Außerdem zog sie die Aufmerksamkeit immer ein wenig auf sich, mehr oder weniger beabsichtigt. Er ging zu ihr und sie zeigte ihm die Aufgabe, um die es ging. „Moment.“ Er holte sich einen Stuhl und setzte sich dann ihr gegenüber. Bei diesem Teil brauchte es vermutlich etwas mehr Zeit. „Du hast zwei Funktionen und suchst den Schnittpunkt. Wie man an dem Graphen erkennen kann, haben die beiden Funktionen hier dieselbe Steigung. Das heißt du musst jetzt was machen?“ Sie sah ihn ein wenig verwirrt an, aber er konnte nur lächeln. „Wie bildet man die Steigung dieser Funktion?“ Doch bevor sie antworten konnte, kam Julia ihr zuvor. „Durch die erste Ableitung.“ Er nickte. „Richtig und danach setzt du die beiden Funktionen gleich und hast dein Ergebnis. Und das will ich gleich sehen.“ Lächelnd stand er auf und sah auch den anderen Schülern über die Schultern und erklärte hier und da noch einmal grundlegende Dinge. Aber starke Defizite erkannte er nur bei Wenigen.

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Re: Teach Me

Beitrag von Caroline Kramer am Fr 12 Dez 2014 - 17:40

Irgendwann kam Herr Flick doch zu ihr und sie drehte ihr Blatt um, damit er es besser lesen konnte. „Ich komme da nicht weiter“, seufzte sie und tippte auf die letzte Rechnung. „Moment.“ Auch Julia kam jetzt weiter zu ihr und sie erkannte mit einem Blick auf ihre Unterlagen, dass auch sie an der gleichen Aufgabe scheiterte. „Du hast zwei Funktionen und suchst den Schnittpunkt. Wie man an dem Graphen erkennen kann, haben die beiden Funktionen hier dieselbe Steigung. Das heißt du musst jetzt was machen?“ Sie musste sehr verwirrt aussehen, wenn er sie so ansah. Aber es war ja nicht ihre Schuld, dass sie es einfach nicht verstand. „Wie bildet man die Steigung dieser Funktion?“ Sie wollte bereits antworten, da kam Julia ihr zuvor. „Durch die erste Ableitung.“ Das hätte sie auch gewusst. „Richtig und danach setzt du die beiden Funktionen gleich und hast dein Ergebnis. Und das will ich gleich sehen.“ Während er sich um die anderen kümmerte, widmete sie sich wieder ihrer Aufgabe. Zwar waren ihre Zwischenergebnisse krumm und schief, aber das Endergebnis schien zu passen. Allerdings klingelte es, bevor sie Herrn Flick ein Auge darauf werfen lassen konnte. „Der Rest ist Hausaufgabe“, rief Julia, die ebenfalls fertig war und beide sahen zu Eva. Für ihre angestrebten Punkte war diese Aufgabe ja wohl ein Kinderspiel.

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Re: Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am Fr 12 Dez 2014 - 18:16

Ehe er die Aufgaben vergleichen konnte, klingelte es bereits. Dann würden sie das eben das nächste Mal machen. „Der Rest ist Hausaufgabe.“ Ein wenig irritiert sah er zu Julia. Wollte sie etwa freiwillig Hausaufgaben machen? Aber eigentlich hatte er das eh vorgehabt. „Den Rest macht ihr dann Zuhause.“ Kopfschüttelnd sah er nochmal zu Julia, aber die schmunzelte lediglich. „Ich bin ja schon fertig“, gab sie lautstark von sich. Da lief also der Hase lang, aber er konnte selbst nur lächeln. „Und dann hetzt du den anderen Hausaufgaben auf den Hals. Wie freundlich.“ Langsam leerte er den Raum und nachdem er seine Sachen gepackt hatte, scheuchte er auch noch die restlichen Schüler auf den Flur. „Ich will noch was von meiner Pause haben“, murmelte er. Nachdem er die Tür abgeschlossen hatte, ging er durch den Gang und entdeckte Caroline und Julia. „Bis gleich“, lächelte und ging dann zum Lehrerzimmer. Dort besprach er sich kurz mit dem Schulleiter. Heute würde er die Versammlung zum ersten Mal alleine abhalten. Aber das war kein Problem. Er hatte so oft zugesehen und eigentlich war es ja immer dasselbe. Die Komitees mussten gebildet werden und es gab die Klausurenpläne. Die Aula betrat er schon ein wenig eher, um seine Präsentation zu starten. Viel zu schnell klingelte es erneut und er ließ die Schüler rein. Er räusperte sich nach einem Moment, aber es wurde einfach nicht ruhig. „Hey“, rief er deutlich strenger und augenblicklich war es still. Kurz lag ein Lächeln auf seinen Lippen. Seine Autorität ließ er sich nicht nehmen. Er begrüßte die Schüler, stellte sich erneut vor und ging dann die Präsentation durch. Danach kümmerte er sich um die Komitees und war zufrieden, dass alle so viel Engagement zeigten. „Dann könnt ihr jetzt zurück in den Unterricht gehen, wenn ihr keine Fragen mehr habt.“

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Re: Teach Me

Beitrag von Caroline Kramer am Fr 12 Dez 2014 - 18:55

„Und dann hetzt du den anderen Hausaufgaben auf den Hals. Wie freundlich.“ Sie grinste. „Wenn sie nicht schnell genug sind“, gab sie bloß schlagfertig zurück. „Julia“, murmelte sie tadelnd. Sie musste es ja nicht am ersten Tag übertreiben. Während sie ihre Sachen packten, weil gleich die Versammlung war, waren ihre Ferien schon wieder das Gesprächsthema. „Ich will noch was von meiner Pause haben.“ Sie grinste bloß und ging schweigend an ihm vorbei. Er legte also Wert auf die Ordnung der Schüler, aber auch auf seine eigenen Vorzüge. „Der sitzt gleich im warmen Lehrerzimmer“, raunte Julia ihr zu, doch sie zuckte nur mit den Schultern. „Dann sind wir morgen krank und können nicht zum Sportunterricht“, antwortete sie und sah, dass auch Herr Flick sie hörte. Allerdings ließ sie sich das nicht anmerken, sondern lächelte bloß unschuldig. „Bis gleich.“ Dann würde er wohl die Versammlung leiten. Immerhin besser als ihr Schulleiter. Den hatte sie noch nie leiden können.
Während seiner Präsentation hörte sie ihm aufmerksam zu. „Ich will zurück in die Mittelstufe“, murmelte sie und seufzte. Das würden anstrengende Schuljahre werden. Bei der Wahl der Komitees kam sie ziemlich schnell in die Gruppe, die für den Abiball verantwortlich war. „Jetzt melde dich schon.“ Sie wollte Julia dabei an ihrer Seite haben. Sie war kreativ und damit perfekt geeignet. Sie hörte tatsächlich auf sie und strahlte sie kurz darauf an. „Dreamteam.“ Sie nickte. Das waren sie eindeutig. „Dann könnt ihr jetzt zurück in den Unterricht gehen, wenn ihr keine Fragen mehr habt.“ Seufzend ließ sie ihren Klausurenplan in der Tasche verschwinden. Das wollte sie wirklich nicht sehen. „Warum müssen wir so viele Matheklausuren schreiben?“ Sie grinste und war froh, dass das niemand sehen konnte. Diese Frage konnte nur von Timo kommen. Er versuchte sicher, Zeit rauszuschlagen, damit sie nicht sofort wieder in den Unterricht mussten. Aber auf Geschichte hatte sie auch nicht wahnsinnig viel Lust.

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Re: Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am Fr 12 Dez 2014 - 19:22

„Warum müssen wir so viele Matheklausuren schreiben?“ Irritiert sah er zu Timo. Was war das denn für eine Frage? „Timo, da du bei mir im Grundkurs bist, schreibst du nur eine Klausur pro Halbjahr und das ist dir immer noch zu viel?“ Er nickte. Seufzend lehnte er sich gegen den Tisch. „Damit musst du leider leben.“ Die Diskussion war für ihn damit auch beendet und er verließ mit den Schülern den Raum.
Die nächsten zwei Tage verbrachte er bloß damit, Dinge vorzubereiten und Mathe zu unterrichten. Alle Sportkurse waren immer donnerstags, was ihm ziemlich gelegen kam. So musste er heute nur sein Sportkleidung mitbringen. Kurz sah er zum Himmel, aber bis auf ein paar Wolken war der Himmel strahlend blau. Dann würden sie das schöne Wetter ausnutzen. „Guten Morgen. Umziehen. Wir sehen uns in fünf Minuten vor der Halle“, begrüßte er seinen Kurs und zog sich dann selbst um. Draußen wartete er auf die anderen. Er selbst trug seinen Trainingsanzug, der seiner Meinung nach immer angemessen war. Auch die Jungs wussten sich anständig zu kleiden, nur die Mädchentruppe um Eva wählte ziemlich knappe Kleidung. „Da beim Volleyball Kondition und Kraft eine wichtige Rolle spielen, werden wir heute das Wetter ausnutzen und eine Runde durch den Wald joggen. Wer von euch läuft privat regelmäßig?“ Max und Timo meldeten sich und er grinste. „Dann lauft ihr beide vor. Die Strecke kennt ihr noch vom letzten Jahr. Los geht’s.“ Er klatschte zweimal in die Hände und der Kurs setzte sich in Bewegung. Zu Beginn konnten die Mädchen noch mit den Jungs mithalten, aber zum Schluss wurde es immer schwieriger. Deswegen lief er irgendwann vor den Mädchen her, während der männliche Teil langsam verschwand. Doch irgendwann hörte er einen leisen Schrei und er blieb abrupt stehen. Dass er dadurch mit einer Schülerin zusammenstieß, tat ihm leid. „Caroline“, murmelte er leise und fasste ihr kurz an die Schultern. „Entschuldigung.“ Dann ging er zu Eva, die auf dem Boden saß und sich den Knöchel hielt. „Was ist passiert?“, fragte er besorgt. „Ich bin umgeknickt. Da vorne war es rutschig.“ Innerlich seufzte er leise. Gleich eine Verletzung. „Können Sie mir helfen?“ Verwirrt sah er sie an. Irgendwie wirkte diese Aussage gerade zweideutig, aber sie sah ihn gerade so unschuldig an. Das war nur Einbildung. Er sah sich den Knöchel an und nickte dann. „Ich glaube nicht, dass es was schlimmes ist. Larissa und Anna, geht bitte mit Eva ins Sekretariat und lasst euch ein Kühlakku geben.“ Kurz sah er ihnen nach und deutete seiner Truppe dann an, weiterzulaufen. „Das wirft uns doch nicht aus der Bahn“, grinste er und bekam doch nur wenig Begeisterung.

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Re: Teach Me

Beitrag von Caroline Kramer am Fr 12 Dez 2014 - 21:09

Als sie einige Tage später vor der Sporthalle standen, seufzte sie. „Er war doch sonst so pünktlich“, murmelte sie genervt und schob die Hände in die Taschen. Es war zwar noch kein Herbst, aber wirklich warm war ihr auch nicht. „Guten Morgen. Umziehen. Wir sehen uns in fünf Minuten vor der Halle.“ Das war nicht sein Ernst. Sie hatte doch Volleyball gewählt und nicht… „Na bravo“, stöhnte sie leise und verschwand in der Kabine. Kurz darauf stand sie wieder vor der Halle und sah ungläubig zu Eva. In diesen Shorts würde sie sich sonstwas abfrieren. Aber das war nicht ihre Sache. „Da beim Volleyball Kondition und Kraft eine wichtige Rolle spielen, werden wir heute das Wetter ausnutzen und eine Runde durch den Wald joggen.“ Entsetzt sah sie zu Julia. Der Tag konnte ja noch großartig werden. „Im Wald kann man auch mal gehen“, grinste ihre Freundin bloß. Während die Jungs vorliefen, hielten Julia und sie sich im Mittelfeld. Wenigstens mussten sie nicht in der Halle laufen. Doch plötzlich stieß jemand mit ihr zusammen und sie fuhr herum. „Kannst du nicht…“ Abrupt verstummte sie und trat zurück. „Tschuldigung“, murmelte sie und senkte den Blick. Sie hatte mit Eva gerechnet, die sie nerven wollte. Doch die lag auf dem Boden. Als sie das sah, verdrehte sie die Augen. Das Theater wollte sie sich wirklich nicht ansehen. Wenige Minuten später war Herr Flick schon wieder bei ihnen. „Das wirft uns doch nicht aus der Bahn.“ Sie erwiderte das Lächeln nur halbherzig und setzte sich wieder in Bewegung. Als sie sich endlich umziehen konnten, war sie mehr als erleichtert. „Hoffentlich regnet es nächste Woche“, seufzte sie und warf ihre Schuhe in die Tasche.
Am nächsten Tag hatten sie wieder Mathe und Eva saß mit bandagiertem Knöchel an ihrem Platz. „Ich darf mindestens zwei Wochen keinen Sport machen.“ Sie verdrehte die Augen. „Dann muss dein ‚spezieller Sport‘ ja auch ausfallen“, erwiderte sie ironisch und ging ohne ein weiteres Wort an ihr vorbei. Immerhin hatte sie sich nicht noch mit den Hausaufgaben herumplagen müssen.

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Re: Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am Fr 12 Dez 2014 - 21:35

Er war zufrieden mit seinem Kurs und verschwand nach einer Verabschiedung in der Kabine. Doch irgendwie lief der Tag nicht so, wie er sich das erhofft hatte und geschlafen hatte er in der Nacht auch nicht gut. Dementsprechend schlechte Laune hatte er auch am nächsten Tag. Seufzend schloss er die Tür auf und packte dann seine Sachen aus. „Morgen“, murmelte er. Wenn er nicht zusammenriss, würde der Kurs sich auch so verhalten wie er und das wollte er nicht auch noch. Deswegen atmete er tief durch. „Wir vergleichen die Aufgaben und steigen danach mit einem neuen Thema ein.“ Die ersten Aufgaben gingen ziemlich schnell und es gab kaum Klärungsbedarf. Dann kam die schwierige Aufgabe, wie man ihm mitteilte. „Caroline, magst du das erklären?“, fragte er seine Schülerin und hielt ihr ein Stück Kreide entgegen. Doch der Gedanke gefiel ihr anscheinend nicht, aber er lächelte beruhigend und deutete auf die Tafel. „Die beißt nicht.“ Während sie ihre Lösungen anschrieb, stellte er sich neben sie und kontrollierte ihre Rechnungen. „Du hast hier zwei Zahlen vertauscht.“ Schnell wischte er sie weg und nahm ihr kurz die Kreide ab, um es zu korrigieren. Danach durfte sie weitermachen. „Gut gemacht“, lobte er sie anschließend. Doch sie sah ihn bloß mit großen Augen an. „Du darfst dich wieder setzen.“ Kurz sah er ihr nach und konzentrierte sich dann wieder auf den Unterricht. Trotzdem glitt sein Blick immer mal wieder zu seiner Schülerin. Sie brauchte wirklich nicht so zurückhaltend sein.

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Re: Teach Me

Beitrag von Caroline Kramer am Fr 12 Dez 2014 - 21:56

„Wir vergleichen die Aufgaben und steigen danach mit einem neuen Thema ein.“ Während der Kontrolle passte sie nur teilweise auf. Sie wusste, dass der erste Teil richtig war. Sonst hätte er sie in der letzten Stunde sicher schon darauf hingewiesen. Lieber unterhielt sie sich mit Julia leise über den Abiball. Zwar hatten sie noch zwei Jahre, aber sie sprühte einfach vor Ideen. „Caroline, magst du das erklären?“ Ertappt drehte sie sich um und starrte ihn ungläubig an. Das konnte er doch jetzt nicht verlangen. „Die beißt nicht.“ Aber sie wusste gar nicht, wo sie genau waren. Doch Lisa deutete auf die entsprechende Aufgabe. „Danke“, murmelte sie widerwillig und ging mit ihren Unterlagen nach vorne. Dass er so nah bei ihr stand, passte ihr nicht. Er würde ihre Fehler doch noch früh genug sehen. „Du hast hier zwei Zahlen vertauscht.“ Sie seufzte. Daher kamen wohl ihre krummen Werte. Als sie schließlich die komplette Tafel vollgeschrieben hatte, reichte sie ihm die Kreide. „Gut gemacht.“ Sie lächelte stolz und merkte erst einen Moment später, dass er ihr die Kreide längst abgenommen hatte. Das war jetzt eindeutig peinlich. Aber ihr war gerade zum ersten Mal aufgefallen, wie blau seine Augen waren. Sie schüttelte innerlich den Kopf. Die Schule war eindeutig nicht gut für sie. „Du darfst dich wieder setzen.“ Sie spürte, dass ihre Wangen sich röteten und eilte auf ihren Platz. „Was war das denn?“, fragte Julia sie sofort und sie sah ihre Freundin panisch an. Wenn das noch jemandem aufgefallen war, hatte sie ein ernsthaftes Problem. „Nichts“, murmelte sie und konzentrierte sich weiter auf den Unterricht. Trotzdem blieb es ihr nicht verborgen, dass Herr Flick ständig zu ihr sah. Umso erleichterter war sie, als er schließlich Aufgaben verteilte und sie ihr Blatt anstarren konnte.

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Re: Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am Fr 12 Dez 2014 - 22:16

Er spürte, dass auch sie ihn ansah. Aber vermutlich war das nur, weil er sie die ganze Zeit so ungeniert ansah. Die nächsten zehn Minuten gab er sich wirklich Mühe und half ihren Mitschülern. Doch dann hatte Julia eine Frage und er musste sich wieder um sie kümmern. „Herr Flick, was muss ich hier machen?“ Er erklärte ihr, wie sie vorgehen musste und sah dann kurz zu Caro, weil sie ihn die ganze Zeit ansah. „Hast du auch eine Frage?“ Doch sie antwortete ihm nicht. Sie sahen sich an und ihm wurde ganz mulmig zu Mute. Der Blick dauerte zu lange. Dann hörte er Eva hinter sich und seufzte leise. „Herr Flick, ich bin fertig. Was soll ich tun?“ Sie wusste wirklich immer alles besser. „Hilf deinen Mitschülern, wenn sie Fragen haben.“ Er setzte sich wieder ans Pult und war froh, als das Klingeln ihn erlöste. Was war das für eine seltsame Stunde?

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Re: Teach Me

Beitrag von Caroline Kramer am Fr 12 Dez 2014 - 22:28

„Herr Flick, was muss ich hier machen?“ Sie hätte Julia erschlagen können. Das hätte sie ihr auch erklären können. Sofort arbeitete sie konzentriert und sah doch aus dem Augenwinkel, dass er direkt vor ihrem Tisch stand. Während er Julia die Aufgabe erklärte, hob sie schließlich doch den Blick und beobachtete ihn. Allerdings fiel ihr das erst auf, als er sich ebenfalls zu ihr umwandte. „Hast du auch eine Frage?“ Sie verstand, was er sagte, aber so wirklich kam es nicht bei ihr an. Seine Augen hielten ihren Blick einfach fest und ließen sie vergessen, dass da noch zwanzig andere Menschen um sie herum waren. „Herr Flick, ich bin fertig. Was soll ich tun?“ Sie zuckte merklich zusammen und sah ruckartig auf ihr Blatt. Dass sie die ganze Zeit die Luft angehalten hatte, merkte sie erst jetzt. Was war das denn gewesen? Den Rest der Stunde war sie nur noch physisch anwesend. Auch auf Julia reagierte sie nicht und war froh, als sie aus dem Raum flüchten konnte.

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Re: Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am Fr 12 Dez 2014 - 22:45

Caroline flüchtete vor ihm und er schüttelte nur den Kopf. Die Stunde war seltsam gewesen. Trotzdem packte er seine Sachen nur zusammen und vergaß dann diese Begegnung. Es würde ihn nicht durch den Tag bringen. Tatsächlich konnte er sich wieder gut auf seine organisatorischen Aufgaben konzentrieren. Doch nach der sechsten Stunde lief sie ihm wieder über den Weg bzw. er lief eher an ihr vorbei. Sie unterhielt sich mit ihren Freundinnen angeregt über irgendein Buch. Das schnappte er zumindest auf. Wieso achtete er überhaupt darauf? Das war doch alles Unsinn.
Auch in seinen nächsten Unterrichtsstunden spielte sich dasselbe ab. Er verstand einfach nicht, wie ihn ein junges Mädchen so aus dem Konzept bringen konnte. Es war, als wollte er sie vor irgendetwas bewahren und seitdem er diesen Gedanken entdeckt hatte, hielt er sich von ihr fern. Aber je mehr er das versuchte, desto schlimmer wurde es. Einmal war er sogar in sie hineingelaufen. Er hatte sich entschuldigt und war ihr doch für einen Moment zu nah gewesen.

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Re: Teach Me

Beitrag von Caroline Kramer am Fr 12 Dez 2014 - 22:59

Diese merkwürdigen Situationen gingen ihr nicht aus dem Kopf. Deshalb war es wohl nicht verwunderlich, dass sie sich nicht auf den Unterricht konzentrieren konnte. Trotzdem wollte sie mit niemandem darüber reden. Erst einmal musste sie es selbst irgendwie verstehen. Und sie war froh, dass Julia das akzeptierte. „Hast du eigentlich schon den letzten Teil dieser Trilogie?“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich habe den Preis gesehen und…“ Sie winkte ab. „Ich muss mich auf das Taschenbuch gedulden.“ So gerne sie auch das große Finale gelesen hätte, ihr Portmonee sprach eine andere Sprache. Als sie Herrn Flick begegneten, war das Buch sowieso vergessen. Aber er schien so beschäftigt zu sein, dass er sie gar nicht bemerkte. Und es machte ihr Angst, dass sie darüber erleichtert sein sollte, aber doch nur Bedauern empfand. In der nächsten Pause war sie gerade auf dem Weg zur Toilette, als er plötzlich um die Ecke bog und sie auf dem Boden gelandet wäre, wenn er sie nicht geistesgegenwärtig festgehalten hätte. Die Entschuldigung war gar nicht richtig bei ihr angekommen. Dieser Tag musste dringend enden.
Erleichtert ließ sie sich nach der Schule auf ihr Bett fallen. Was hatte sie da denn angestellt? Sie fand die Augen ihres Lehrers…ihres Mathe- und Sportlehrers faszinierend. Gerade die beiden Fächer, denen sie so wahnsinnig viel abgewinnen konnte. Tiefer konnte sie wirklich nicht mehr sinken.

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Re: Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am So 14 Dez 2014 - 12:07

Er saß noch lange an seinem Schreibtisch und bereitete die nächsten Stunden vor. Aber seine Gedanken immer wieder zu seiner Schülerin. Sowas hatte er ja noch nie erlebt. Er mochte sie. Das konnte er sich eingestehen. Vermutlich war es bloß ein heimlicher Wunsch, auch so eine Tochter zu haben. Das musste es sein. Er war erleichtert und konnte besser arbeiten. Wenn er sich die Situation erklärte, war alles einfacher.
Am nächsten Tag fiel es ihm deutlich leichter, in den Matheunterricht zu gehen. „Guten Morgen. Da ich heute leider eine halbe Stunde eher gehen muss, werden wir heute wieder nur mit unserem Thema weitermachen bzw. ihr werdet Wiederholungsaufgaben machen.“ Mehr Zeit hatte er einfach nicht. Er hatte noch ein wichtiges Gespräch mit dem Schulleiter und da durfte er einfach nicht unpünktlich sein. „Aber bevor wir damit anfangen, müssen wir noch was klären. In zwei Wochen gibt es ja das jährliche Herbstfest. Wenn wir daran teilnehmen wollen, müssen wir etwas beisteuern. Eigentlich solltet ihr das mit eurem Tutor besprechen, aber der ist ja momentan leider erkrankt.“ Warum man jetzt unbedingt ihn dazu auserkoren hatte, dem Kurs zu helfen, wusste er auch nicht genau. „Vorschläge?“ Zuerst meldete sich niemand und er seufzte leise. „Wenn wir nichts machen, dann können wir auch gerne weiter Matheaufgaben machen.“ Er lächelte, als sich deutlich mehr Schüler meldeten. Als sich Caroline meldete, nahm er sie sofort dran. Es war vielleicht ein wenig überstürzt, aber seinen Schülern würde das nicht auffallen. Eigentlich konnte er seine privaten Angelegenheiten gut verstecken.

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Re: Teach Me

Beitrag von Caroline Kramer am So 14 Dez 2014 - 12:25

Sie hatte sich am Abend fast schon euphorisch auf die Hausaufgaben gestürzt. Irgendetwas stimmte eindeutig nicht. Sonst war sie nie so, wenn es um Mathe ging. Und dass sie die Aufgaben ohne größere Probleme lösen konnte, bereitete ihr auch Sorgen. Lag das etwa alles nur daran, dass sie jetzt einen neuen Lehrer hatte? Sofort drifteten ihre Gedanken ab und sie musste sich zusammenreißen, um auch den Rest der Hausaufgaben zu erledigen.
„Guten Morgen. Da ich heute leider eine halbe Stunde eher gehen muss, werden wir heute wieder nur mit unserem Thema weitermachen bzw. ihr werdet Wiederholungsaufgaben machen.“ Sie war hin und her gerissen. Einerseits war sie über jede Minute froh, in der sie sich nicht mit Mathe beschäftigen musste, aber andererseits würde sie dann auch ihn… Sie verbot sich, weiter zu denken. Das war ja nicht mehr normal. „Aber bevor wir damit anfangen, müssen wir noch was klären. In zwei Wochen gibt es ja das jährliche Herbstfest. Wenn wir daran teilnehmen wollen, müssen wir etwas beisteuern. Eigentlich solltet ihr das mit eurem Tutor besprechen, aber der ist ja momentan leider erkrankt. Vorschläge?“ Sie runzelte die Stirn. Das Fest hatte sie völlig verdrängt. Aber die Organisation hatte immer Eva übernommen, weshalb sie sich nie beteiligt hatte. Da sie aber heute auch nicht da war, waren wohl alle etwas überfordert. „Wenn wir nichts machen, dann können wir auch gerne weiter Matheaufgaben machen.“ Ihr erster Blick galt Max und Timo, die Herrn Flick entsetzt anstarrten. Grinsend hob sie die Hand. Wenn Eva nicht da war, hatte auch sie eine Chance mit ihren Vorschlägen. Dass sie sofort aufgerufen wurde, obwohl andere sich vor ihr gemeldet hatten, verwirrte sie. Hatte er etwa nur darauf gewartet, dass sie sich meldete? Das war doch Blödsinn. „Wir könnten doch eine Tombola veranstalten. Das gab es zwar auch im letzten Jahr, aber irgendwie gehört es ja auch dazu. Oder wir backen zusammen…Kekse oder so… Und die verkaufen wir für einen guten Zweck?“ Fragend sah sie Herrn Flick an. Dass die Meinung der anderen sie gerade wenig interessierte, wusste sie, aber sie konnte es nicht ändern. Wichtiger war ihr seine Reaktion und dafür sollte sie sich schlagen.

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Re: Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am So 14 Dez 2014 - 12:42

„Wir könnten doch eine Tombola veranstalten. Das gab es zwar auch im letzten Jahr, aber irgendwie gehört es ja auch dazu. Oder wir backen zusammen…Kekse oder so… Und die verkaufen wir für einen guten Zweck?“ Er hörte ihr aufmerksam zu und nickte dann anerkennend. „Sehr gut. Schön, dass du auch an andere denkst.“ Diesen Kommentar hatte er sich nicht verkneifen können. Er war begeistert von ihrer Idee und das steckte auch die restlichen Schüler an. Denn die anderen Vorschläge bekamen nur wenig Begeisterung, auch wenn sie gut waren. Nach einer Abstimmung war Carolines Idee dann auch angenommen. „Gut. Ich gehe das mal eben in die Liste eintragen, damit uns das keiner wegnimmt. Caroline, kümmer dich doch bitte um die Organisation.“ Er ging zu ihr und reichte ihr die Kreide. „Ich bin in fünf Minuten wieder da.“ Er verließ den Raum und ging zum Lehrerzimmer. Tatsächlich hatten sie Glück. Da sie früh geplant hatten, waren sie einer der ersten Kurse. Kurz darauf war er wieder im Klassenzimmer. Caroline stand an der Tafel und hatte einige Namen angeschrieben. Sie sah zu ihm, aber er lehnte ab. „Mach ruhig weiter.“ Er setzte sich auf ihren Platz und ließ dem Kurs Zeit für die Organisation. Hin und wieder mischte er sich ein, wenn es zu abwegig wurde. Aber nach einer halben Stunde schien ein Ergebnis in Sicht zu sein. Zwischendurch hatte er in Carolines Mappe gesehen. Die Hausaufgaben dürfte sie dann gleich vorstellen. Wenn sie sich meldete... „Dann hätten wir das schon geklärt. Super“, beendete er die Diskussionen. Als Caroline an ihm vorbeiging, murmelte er ein Danke. Sie hatte ihm eine Menge Arbeit abgenommen. „Dann besprechen wir jetzt die Hausaufgaben. Wer möchte an die Tafel?“ Es meldete sich wirklich niemand. „So schwer war das doch nicht.“ Er sah in die Runde, aber jeder mied seinen Blick bis auf...Innerlich seufzte er leise. Caroline. Lächelnd hielt er ihr die Kreide entgegen. „Du bist heute so gerne an der Tafel.“

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Re: Teach Me

Beitrag von Caroline Kramer am So 14 Dez 2014 - 12:53

„Sehr gut. Schön, dass du auch an andere denkst.“ Sie lächelte. Dann war ihre Idee also wirklich gut. „Gut. Ich gehe das mal eben in die Liste eintragen, damit uns das keiner wegnimmt. Caroline, kümmer dich doch bitte um die Organisation.“ Überrascht drehte sie sich zu ihm. Sie hatte sich mit Julia unterhalten und war jetzt mehr als verwirrt. „Aber…“ Doch er drückte ihr die Kreide bereits in die Hand. „Ich bin in fünf Minuten wieder da.“ Julia gab ihr einen auffordernden Stoß und so stand sie kurz darauf an der Tafel. „Also…für die Tombola brauchen wir Gewinne. Wer kann da etwas beisteuern?“ Während sie die Namen an der Tafel notierte, beruhigte sie sich. So schlimm war es wirklich nicht. Vor allem, weil sie den Rückhalt des Lehrers hatte. Als die Tür sich öffnete, hielt sie ihm die Kreide entgegen. Dann konnte er ja jetzt übernehmen. „Mach ruhig weiter.“ Mit einem mulmigen Gefühl nannte sie weitere Punkte, die sie berücksichtigen mussten und sah immer wieder kurz zu ihm. Dass sie so die Rollen tauschten, hatte sie auch nicht erwartet. „Herr Flick, vielleicht haben Sie eine Idee, welche Küche wir nutzen können?“ Denn dazu hatte sich wirklich noch niemand gemeldet. Als sie sah, dass er in ihrer Mappe blätterte, verlor sie kurz den Faden. Wieso tat er das? Und doch hoffte sie inständig, dass sie alles eingeheftet hatte. Julias Worte waren ihr noch im Gedächtnis geblieben.
Als sie wieder auf ihrem Platz saß, atmete sie tief durch. „Perfekt“, lobte Julia sie und lächelte sie an. „Danke“, murmelte sie und konnte immer noch nicht glauben, dass sie das alles mehr oder weniger alleine organisiert hatte. „Dann besprechen wir jetzt die Hausaufgaben. Wer möchte an die Tafel?“ Sie meldete sich nicht. Sie hatte gerade so lange dort vorne gestanden, da musste sie nicht auch noch ihre Aufgaben vorstellen. „Du bist heute so gerne an der Tafel.“ Für diese Aussage hätte sie ihn töten können. „Dann muss ich also wieder Ihre Aufgabe in der Klasse übernehmen“, seufzte sie und schrieb schnell alles herunter. Den Kommentar hatte sie sich einfach nicht verkneifen können. „Darf ich auch noch die Hausaufgabe stellen?“, fragte sie unschuldig und lächelte ihn an.

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Re: Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am So 14 Dez 2014 - 13:06

„Herr Flick, vielleicht haben Sie eine Idee, welche Küche wir nutzen können?“ Er sah in die Runde, aber niemand meldete sich. Dann würde er eben das beisteuern. „Wir können meine nehmen, aber es wird alles wieder sauber gemacht.“ Das war geklärt. Der ganze Kurs würde sowieso nicht kommen. Nur sechs Leute, zu denen auch Caroline gehörte. Er lächelte. Das würde sicher ein schöner Nachmittag werden. „Dann treffen wir uns Samstag“, bestimmte er den Termin und wandte sich dann endgültig wieder seinem Unterrichtsfach zu. „Dann muss ich also wieder Ihre Aufgabe in der Klasse übernehmen.“ Irritiert sah er sie an. Woher kam denn das bitte? „Möchtest du meine Lehrmethoden anzweifeln?“ Darauf gab sie ihm keine Antwort und das war auch besser so. „Darf ich auch noch die Hausaufgabe stellen?“ Eigentlich wollte er heute keine aufgeben, aber das hatte vermutlich auch sie im Sinn. „Wenn du möchtest.“ Heute hatte sie wirklich gut mitgemacht. Außerdem verzauberte ihn gerade dieses Lächeln. Davon würde sie allerdings nichts erfahren. Er musste seine Rolle als Autoritätsperson wahren. Nachdem sie gesagt hatte, was er erwartet hatte, verteilte er die Aufgaben und packte seine Sachen. „Dank Caroline habt ihr keine Hausaufgaben auf. Ich erwarte also, dass ihr euch Mühe gebt bei den Aufgaben.“ Er wartete noch kurz, bis alle anfingen, zu arbeiten. Eine konzentrierte Stille breitete sich aus und er war selbst überrascht. Kurz sah Caroline zu ihm. Er zwinkerte ihr noch einmal zu und verließ dann den Raum.

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Re: Teach Me

Beitrag von Caroline Kramer am So 14 Dez 2014 - 20:39

„Wir können gerne meine nehmen, aber es wird alles wieder sauber gemacht.“ Sie nickte. „Vielen Dank.“ Das war wirklich nett von ihm. Außerdem würden sie nicht alle an der Backaktion teilnehmen, deshalb sollte das wohl passen. „Dann treffen wir uns Samstag.“ Sie schnappte sich ihren Terminkalender und trug die passende Uhrzeit ein. „Fahren wir zusammen?“ Sie nickte Julia zu. Sie wohnten quasi nebeneinander. Da würden sie natürlich gemeinsam zu ihm fahren. „Wenn du möchtest.“ Sie grinste. „Da wir heute so produktiv gearbeitet haben, gibt es keine Hausaufgaben“, erklärte sie und warf die Kreide auf die Ablage, um sich wieder zu setzen. Sofort brachen Max und Timo in Freudenschreie aus und sie lachte. „Dank Caroline habt ihr keine Hausaufgaben auf. Ich erwarte also, dass ihr euch Mühe gebt bei den Aufgaben.“ Sofort schwand die Begeisterung der Jungs, doch sie verdrehte nur die Augen. „Lasst das“, fauchte sie. Am Ende würden sie sonst doch noch Aufgaben zu Hause machen müssen. Zum Glück hörten sie auf sie und alle begannen zu arbeiten. Doch sie selbst sah noch einmal auf, als Herr Flick seine Tasche schloss. Dass er eher gehen musste, fiel ihr erst jetzt wieder ein. Als er ihr dann allerdings zuzwinkerte, blinzelte sie ungläubig und starrte augenblicklich ihr Blatt an. Das war doch nicht…sie musste sich getäuscht haben. Völlig neben sich begann sie zu rechnen und musste doch selbst leichteste Rechnungen im Taschenrechner eintippen.

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Re: Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am So 14 Dez 2014 - 21:13

Das Gespräch mit dem Schulleiter war gut verlaufen und auch wenn er seine Sichtweise nicht durchsetzen konnte, wurden Kompromisse getroffen. Erleichtert packte er seine Sachen und ging dann über den Schulhof zum Parkplatz. Er würde heute eher gehen können als sonst. Die Woche war bis jetzt sehr schnell rumgegangen und auch in den nächsten Tagen passierte nichts erwähnenswertes. Am Freitagabend war er mit seinen Freunden in der Stadt unterwegs gewesen und war überrascht, dass er auch noch ein paar seiner Schüler traf. Die sollten morgen aber fit sein. Brechattacken beim Keksebacken war keine gute Idee. Letztendlich war er es allerdings, dem es schlecht ging. Irgendetwas hatte ihm richtige Kopfschmerzen bereitet. Dass er müde war, sah man ihm mittags aber nur noch an, wenn man ihn wirklich kannte. Seine Küche war ziemlich groß. Das lag allerdings aber auch an dem Haus, in dem er wohnte. Vor zwei Jahren hatte er hier noch mit seiner Ex gewohnt, die zwei Kinder mitgebracht hatte. Jetzt war er froh, dass er so viel Platz für sich hatte. Er wurde auf den Gedanken gerissen, als es an der Tür klingelte und gleich alle Schüler vor der Tür standen. „Alle auf einmal“, lächelte er bloß und ließ sie herein. „Immer pünktlich, Herr Flick“, gab Max nur von sich. Er lachte. Letztes Jahr war das noch ganz anders gewesen. Worüber er wirklich erstaunt war, war die Tatsache, dass wirklich alle an ihre Sachen gedacht hatten. Viel musste er auch gar nicht mehr beisteuern. Die kleine Gruppe übernahm fast alles selbst und er sah lächelnd zu oder erklärte ihnen, wo sie Schüsseln oder derartiges fanden. „Herr Flick, können wir ein paar Fotos für die Abizeitung machen?“, fragte Timo schließlich. „Du bist im Komitee?“ Verwirrt sah er seinen Schüler an. Das konnte er sich einfach nicht vorstellen. „Sie waren doch dabei.“ Er lachte leise. „Ich dachte, das war ein Scherz.“ Empört sah Timo ihn an, aber er zuckte nur mit den Schultern. „Entschuldigung.“ Doch dann stellte sie sich alle zusammen. Warum er zufällig neben Caroline stand, wusste er nicht. „Rückt mal näher zusammen. So geht das nicht.“ Er schluckte und kam ihr noch näher. Das war nicht gut und er konnte nicht mal genau sagen warum. „Danke.“ Erleichtert trat er einen Schritt zurück. „Wie liefen eigentlich die Aufgaben?“, fragte er irgendwann, als er zwischen Julia und Caroline stand und mit ihnen diverse Formen ausstach. „Mathe halt“, antwortete Julia leicht genervt. Er sah zu Caroline, aber die war genauso überrascht wie er. Doch dann entdeckte er Mehl in ihrem Gesicht. „Du hast da...“ Aber sie fand die Stelle nicht selbst, deswegen sah er kurz zu den anderen, aber die waren konzentriert auf ihre Aufgabe. „Da.“ Er strich ihr sanft über die Wange und sah sie danach vielleicht einen Moment zu lange an, ehe er sich wieder dem Teig zuwandte.

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Re: Teach Me

Beitrag von Caroline Kramer am So 14 Dez 2014 - 21:42

Die Zeit bis Samstag verging wie im Flug und sie hatten sich abgesprochen, vor seinem Haus aufeinander zu warten. „Habt ihr alles dabei?“ Ohne die Ausstechförmchen wären sie aufgeschmissen, aber Max nickte. „Alles da.“ Erleichtert lächelte sie und drückte etwas nervös auf die Klingel. Sie war das erste Mal bei einem Lehrer zuhause und dann bei ihm… „Alle auf einmal.“ Sie konnte den Blick nicht von seinem Hemd abwenden. Irgendwie stand ihm dieses Blau unwahrscheinlich gut. „Immer pünktlich, Herr Flick.“ Damit kam sie zurück in die Realität und trat ein. Sie konnte nicht anders, als sich verstohlen umzusehen. Irgendwie hatte sie es sich genauso vorgestellt. Und das Schlimmste war, dass es ihr richtig gut gefiel. Allerdings scheuchte er sie ziemlich schnell in die Küche und holte die Rezepte hervor, die sie ihm genannt hatten. Zwar hatten sie nur eine Küchenmaschine, aber sie würde den Teig auch so kneten. „Herr Flick, können wir ein paar Fotos für die Abizeitung machen?“ Das Gespräch bekam sie nicht mit, weil sie auf ihre Hände starrte. Fotos, während sie mit den Händen in der Schüssel da stand. Das würden tolle Fotos. „Rückt mal näher zusammen. So geht das nicht.“ Im nächsten Moment stieg ihr ein angenehmer Duft in die Nase und sie spürte, wie ihr Gesicht warm wurde. Warum nur musste er so nah bei ihr stehen? Ihre komplette Seite berührte seine, weil sie so nah zusammen gedrängt wurden, um auf das Foto zu passen. Erst als alles erledigt war, atmete sie wieder. Das war wirklich merkwürdig gewesen. „Wie liefen eigentlich die Aufgaben?“ Sie seufzte leise und sofort sah er zu ihr. Doch dass sie enttäuscht war, weil er das Thema auf die Schule lenkte, konnte sie schlecht sagen. „Du hast da…“ Hektisch fuhr sie sich mit dem Handrücken durch das Gesicht. Sie war bei so etwas immer wahnsinnig talentiert. „Da.“ Sie konnte ihn nur anstarren, als er ihr über die Wange strich und ihre Haut kribbeln ließ. Das durfte er wirklich nicht tun. „D-danke“, hauchte sie und konnte sich erst wieder konzentrieren, als er sich dem Teig zuwandte, um ihn auszurollen. „Alles okay?“ Sie zuckte zusammen, als Julia sie an der Schulter berührte. Hatte sie so bewegungslos herumgestanden? Immer noch verwirrt, nickte sie und formte ihren Teig zu einer Kugel, bis sie leises Lachen hörte. Sie sah auf und Timo deutete auf Herrn Flick. Auch sie musste lächeln. Aber er war so…nett…gewesen, dass sie ihn jetzt nicht auflaufen lassen wollte. Selbst wenn sie Timo damit seinen Spaß verdarb. „Herr Flick?“, fragte sie leise. „Ihre Wange…Vielleicht…schauen Sie in den Spiegel?“ Sie konnte ja schlecht genauso handeln wie er zuvor. Kaum war er weg, zog Julia sie weg von den anderen. „Was ist da zwischen euch?“ Erschrocken sah sie sie an. „Nichts“, murmelte sie und wusste, dass sie ihr nicht glaubte. „Ich…weiß es nicht“, gestand sie und senkte den Blick. „Wir reden später mal.“ Mit diesen Worten zog Julia sie in eine Umarmung und schickte sie anschließend an den Ofen, um das erste Blech herauszuholen. Dabei war sie immer noch in Gedanken und verbrannte sich prompt den Finger. „Verdammt“, fluchte sie und das Backblech knallte mit lautem Scheppern auf den Boden.

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Re: Teach Me

Beitrag von Hansi Flick am So 14 Dez 2014 - 21:53

„D-Danke.“ Er lächelte sanft und konzentrierte sich dann auf andere Dinge. Doch er musste trotzdem immer wieder zu Caroline sehen. Aber er konnte es kaschieren, weil hinter ihr die Jungs standen. Gedankenverloren strich er sich über die Wange und rollte dann doch den Teig aus. „Herr Flick?“ Sofort sah er zu Caroline. „Ihre Wange…Vielleicht…schauen Sie in den Spiegel?“ Jetzt hatte er sich wohl beschmiert und das war ihm doch etwas peinlich. Deswegen ging er in den Flur und sah in den Spiegel. Seufzend strich er sich das Mehl von der Wange. Wenn er sich nicht zusammenriss, würde es bald auch Caroline auffallen und das durfte es nicht. Er käme in Teufels Küche. Doch dann hörte er ein Scheppern und eilte zurück in die Küche. Caroline hielt sich die Hand und das Blech lag auf dem Boden. „Timo und Max, rettet die restlichen Kekse und der Rest macht weiter“, wies er die sprachlosen Schüler an. Er selbst kümmerte sich um Caroline. „Komm.“ Da die Spüle gerade belegt war, zeigte er ihr das Gästebad und griff vorsichtig nach ihrer Hand, um sie unter das kalte Wasser zu halten. Das hätte sie vermutlich auch selbst gekonnt, aber gerade war er viel zu besorgt. Dann sah sie ihn an und er konnte ihrem Blick kaum widerstehen. Ihre blauen Augen fesselten ihn und er merkte gar nicht, wie nah sie sich eigentlich waren.

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Re: Teach Me

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